Verbandsgeschichte

Der AZV Parthe wurde am 20.06.1991 als „Abwasserzweckverband zur Reinhaltung der Parthe“ durch die selbständigen Gemeinden Albrechtshain, Althen, Ammelshain, Baalsdorf, Beucha, Brandis, Engelsdorf, Borsdorf, Fuchshain, Gerichshain, Grethen, Großpösna, Großsteinberg, Holzhausen, Kleinpösna, Klinga, Naunhof, Panitzsch, Polenz und Pomßen gegründet.

Das gemeinsame Ziel war die Verbesserung der Gewässerqualität der Parthe und deren Zuflüsse. Die Gemeinden übertrugen die per Gesetz ihnen zugewiesene hoheitliche Aufgabe der Abwasserbeseitigung auf den neu gegründeten Zweckverband. Da die Gesetzeslage Anfang der 1990iger Jahre die Gründungsmodalitäten für Zweckverbände noch nicht vollständig abbildeten, wurde der Verband am 17.06.2002 zur Sicherheit neu gegründet und trägt seitdem den Namen „Abwasserzweckverband für die Reinhaltung der Parthe“. Dieser neue Zweckverband ist vollumfänglich Rechtsnachfolger des „Abwasserzweckverbands zur Reinhaltung der Parthe“ – kurz: AZV Parthe.

Durch Gemeindegebietsreformen und den Austritt der Gemeinde Engelsdorf verringerte sich die Zahl der Mitglieder. Im Jahr 2016 gehören dem AZV Parthe die Städte und Gemeinden Borsdorf, Brandis, Naunhof und Parthenstein mit allen Gemarkungen an, die Stadt Leipzig mit den Ortsteilen Althen, Kleinpösna- Hirschfeld, Baalsdorf und Holzhausen und die Gemeinde Großpösna mit den Gemarkungen Großpösna und Seifertshain.

Zunächst wurde der AZV Parthe als sogenannter Teilverband gegründet, das heißt, die Gebührenhoheit und die innerörtliche Erschließung oblag den Mitgliedsgemeinden, während die überörtliche Erschließung dem AZV Parthe zugeordnet war. Da dies sich als nicht praktikabel erwies, wurde zum 01.01.1998 der Teilverband in einen Vollverband umgewandelt. Damit erhob der AZV Parthe nun selbständig Gebühren für die Abwasserbeseitigung (ab 01.01.2009 privatrechtliche Entgelte).

Um das Ziel, die Gewässerqualität im Gebiet des AZV Parthe zu verbessern, zu erreichen, wurden bereits vor Gründung des AZV Parthe im Rahmen eines Planungsverbandes erste Planungen für eine zentrale Abwassererschließung des gesamten Gebietes beauftragt. Infolge dessen begann man bereits ab Juli 1991 mit dem Bau von Überleitungssammlern aus den Ortschaften entlang der Parthe in Richtung des Standortes der geplanten zentralen Abwasserbehandlungsanlage. Bis 1994 war bereits ein Großteil dieser Hauptsammler errichtet. Vollständig in Betrieb gehen konnten diese jedoch erst nach Inbetriebnahme der ersten Ausbaustufe der zentralen Kläranlage am Standort Panitzsch im Juni 1999 mit 48.000 Einwohnerwerten. Bis dahin wurde das Schmutzwasser aus einigen Gebieten in einer sogenannten Übergangskläranlage, einem Modulbauwerk mit Scheibentauchtropfkörpern, gereinigt. Diese hatte zuletzt eine Kapazität von 7.500 Einwohnerwerten.

Die weiteren Jahre waren geprägt von Bemühungen zur finanziellen und institutionellen Stabilisierung des AZV Parthe. Umfangreiche Baumaßnahmen zur abwasserseitigen Erschließung der Grundstücke im Verbandsgebiet prägten die Tätigkeit der Verwaltung. Die Kläranlage wurde im Jahr 2005 auf die jetzige Kapazität von 55.000 Einwohnerwerten erweitert und mit einer weiteren Reinigungsstufe zum Stickstoff- und Phosphorabbau versehen. Im Jahr 2016 steht der Ausbau des Entwässerungsnetzes im Verbandsgebiet kurz vor seinem Abschluss. Nach Vollendung des mit dem Abwasserbeseitigungskonzept beschlossenen Ausbaus der Kanalisation werden nur 2,9% der Einwohner des Verbandsgebietes nicht an eine zentrale Abwasseranlage angeschlossen sein.

Das Ziel, die Gewässerqualität zu verbessern und die Abwasserbeseitigung im Verbandsgebiet auf hohem Niveau zu sichern, ist erreicht. War die Parthe Anfang der 1990iger Jahre so verschmutzt, dass man sie als „tot“ bezeichnen konnte (Gewässergüte 4), wurde inzwischen eine Gewässerqualität der (alten) Gütekategorie 2-3 erreicht. Darauf können die Mitgliedsgemeinden und die Mitarbeiter des AZV Parthe zu Recht stolz sein und bedanken sich bei allen Bürgern des Verbandsgebiets, die mit ihren Gebühren- und Entgeltzahlungen zu diesem Erfolg maßgeblich beitragen.