Was gehört nicht in die Toilette

Verstopfungsgefahr


Als der Bereitschaftsdienst des AZV Parthe am Ostersonntag 2013 in den Christian-Wille-Weg in Leipzig-Baalsdorf gerufen wurde, weil dort das Abwasser nicht mehr abfloss, ahnten die Mitarbeiter/innen noch nicht, was auf sie zukommen würde. Die vorgefundene Verstopfung wurde beseitigt, das Abwasser floss zunächst wieder ab. Wenige Zeit später erhielt der Bereitschaftsdienst wieder eine Störmeldung und stellte fest:

Das Pumpwerk am Christian-Wille-Weg war gestört, Reste von Pflegetüchern hatten sich im wahrsten Sinne des Wortes um die Pumpen gelegt und diese völlig verstopft. Die Mitarbeiter/innen entfernten die Ablagerungen, brachten die Pumpen wieder in Position und fuhren frohgemut nach Hause. Die Freude über die behobene Störung dauerte jedoch nicht lange - schon wenige Zeit später meldete das Störmeldesystem wieder den Ausfall der Pumpen. Warum? Die im Kanalrohr noch vorhandenen Ablagerungen waren nachgerutscht und hatten die Pumpen wieder verstopft. Also selbes Spiel – Pumpen herausheben, händisch reinigen, Pumpen wieder rein. Das Ganze wiederholte sich noch mehrere Male – so kann man seinen Ostersonntag auch zubringen, dachten sich die Mitarbeiter/innen verärgert.

Pumpe unter Ablagerungen „versteckt“

Aber das muss nicht sein! Wenn jeder Nutzer der Abwasseranlage sich an einfache Regeln hält und die Abwasseranlage nicht als erweiterten Mülleimer ansieht, dann sind solche ärgerlichen und vor allem kostenträchtigen Störungen zu vermeiden. Feststoffe aller Art sind einfacher und ökologischer direkt in den für ihre Entsorgung gedachten Müllbehälter zu entsorgen und nicht in das Kanalnetz einzubringen. Feuchttücher gehören nicht in die Toilette! Durch ihre Reißfestigkeit führen sie zu massiven Störungen in den Abwasseranlagen. Stellt der AZV Parthe den Verursacher solcher Störungen fest, kann er gemäß § 22 seiner Abwassersatzung entsprechenden Schadenersatz verlangen- so weit muss es nicht kommen!

Wir möchten alle Anschlussnehmer daher dringend darauf hinweisen, dass keine Stoffe oder Abfälle in die Abwasseranlagen zu entsorgen sind.

Anbei hier auszugsweise § 6 Nr. 1 und 2 der Abwassersatzung des AZV Parthe:

„ 1) Von der öffentlichen Abwasserbeseitigung sind sämtliche Stoffe ausgeschlossen, die die Reinigungswirkung der Klärwerke, den Betrieb der Schlammbehandlungsanlagen, die Schlammbeseitigung oder die Schlammverwertung beeinträchtigen, das Material der öffentlichen Abwasseranlage angreifen, ihren Betrieb, ihre Funktionsfähigkeit oder Unterhaltung behindern, erschweren oder gefährden können oder die den in der öffentlichen Abwasseranlage arbeitenden Personen oder dem Vorfluter schaden können. Dies gilt auch für Flüssigkeiten, Gase und Dämpfe.

2) Insbesondere sind ausgeschlossen:

 a) Stoffe, auch in zerkleinertem Zustand, die zu Ablagerungen oder Verstopfungen in den öffentlichen Abwasseranlagen führen können, z. B. Kehricht, Schutt, Mist, Sand, Küchenabfälle, Asche, Zellstoffe, Textilien, Schlachtabfälle, Tierkörper, Panseninhalte, Schlempe, Trub, Trester und hefeartige Rückstände, Schlamm-, Haut- und Lederabfälle.“

 Chr.-Wille-Weg